„Schreibe einen Blogartikel über Produkt X." Wer so promptet, bekommt auch genau das, was alle bekommen: freundliche, glatte, austauschbare Texte. Leser erkennen das nach zwei Sätzen. Das Problem liegt selten an der KI, sondern am Prompt.
Ein guter Prompt für Affiliate-Texte hat sechs Bausteine. Du musst nicht jedes Mal alle ausformulieren, aber du solltest wissen, welcher fehlt, wenn das Ergebnis nicht passt.
1. Rolle und Ziel
Sage der KI, wer sie ist und was der Text erreichen soll. Nicht „Du bist ein Experte", sondern konkret: „Du schreibst für einen deutschsprachigen Ratgeber-Blog. Der Text soll einem Leser helfen, zwischen zwei Produkten zu entscheiden."
2. Zielgruppe mit einem klaren Bild
Je genauer die Zielgruppe, desto weniger Allgemeinplätze. Vergleiche:
- Schwach: „für Anfänger"
- Besser: „für Berufstätige ab 35, die nach Feierabend 30 Minuten pro Tag Zeit haben und keine Vorkenntnisse mitbringen"
3. Produktfakten, die du selbst geliefert hast
Hier entscheidet sich, ob der Text glaubwürdig ist. Gib der KI die echten Eigenschaften, Preise und Einschränkungen vor. Was nicht im Prompt steht, erfindet sie sonst gern dazu. Schreibe deshalb ausdrücklich dazu: „Verwende nur die genannten Fakten. Wenn etwas fehlt, lass es weg."
4. Tonalität mit Beispiel
Adjektive wie „locker" oder „professionell" sagen wenig. Besser ist ein kurzer Beispielsatz im gewünschten Stil, den die KI nachahmen soll. Oder eine klare Regel wie „Du-Ansprache, kurze Sätze, keine Ausrufezeichen".
5. Aufbau und Länge
Lege Gliederung und Umfang fest: „Einleitung mit dem Problem, drei Abschnitte mit Zwischenüberschriften, am Ende eine klare Empfehlung. Etwa 700 Wörter." Ohne diese Vorgabe entscheidet die KI selbst, und das Ergebnis ist meist zu lang und zu allgemein.
6. Verbote
Der wirksamste Baustein gegen KI-Klang ist eine Liste dessen, was nicht vorkommen soll. Typische Kandidaten:
- Floskeln wie „In der heutigen schnelllebigen Welt" oder „Tauche ein in"
- Übertreibungen und Heilsversprechen („garantiert", „revolutionär")
- Aufzählungen in Dreiergruppen, wo gar nichts aufzuzählen ist
- Erfundene Zahlen, Studien oder Kundenstimmen
Ein Beispiel zum Anpassen
Schreibe einen Vergleichsartikel für einen deutschen Ratgeber-Blog. Zielgruppe: Berufstätige, die zum ersten Mal ein Produkt dieser Art kaufen. Nutze ausschließlich diese Fakten: [deine Fakten]. Du-Ansprache, kurze Sätze, sachlicher Ton. Aufbau: Problem in zwei Sätzen, Vergleich nach drei Kriterien, Empfehlung mit Begründung, etwa 700 Wörter. Verzichte auf Floskeln, Übertreibungen und erfundene Zahlen. Wenn eine Information fehlt, schreibe sie nicht dazu.
Prompts sind Arbeitsmaterial, kein Zauberspruch
Nach dem ersten Ergebnis lohnt sich das Nachschärfen: Was klang falsch? Welche Formulierung war zu glatt? Trage die Korrektur als neue Regel in den Prompt ein. Nach zwei, drei Durchläufen hast du eine Vorlage, die zuverlässig in deinem Stil liefert.
Genau deshalb haben die Tools in AffiliKI einen eigenen Prompt-Editor: Du passt die Vorlage einmal an und nutzt sie danach immer wieder. Egal mit welchem Werkzeug du arbeitest: Investiere die Zeit in den Prompt, nicht ins Umschreiben fertiger Texte.