Wer startet, wählt Affiliate-Programme oft nach einem einzigen Merkmal aus: der Provisionshöhe. Das ist verständlich, führt aber leicht in die Irre. Eine hohe Prozentzahl hilft wenig, wenn niemand kauft, die Auszahlung ewig dauert oder die Provision am Ende anders berechnet wird, als du dachtest.
Mit diesen sieben Kriterien vergleichst du Programme nachvollziehbar, egal ob sie über ein Netzwerk wie Digistore24 oder Awin laufen oder direkt beim Anbieter.
1. Passt das Produkt zu deiner Zielgruppe?
Das wichtigste Kriterium steht nicht in den Konditionen. Würdest du dieses Produkt einem Leser empfehlen, der dir vertraut? Ein Programm mit hoher Provision für ein Produkt, hinter dem du nicht stehst, kostet dich langfristig mehr Vertrauen, als es einbringt.
2. Provision: brutto oder netto, einmalig oder wiederkehrend?
Prüfe genau, worauf sich die Prozentzahl bezieht. Manche Anbieter nennen die Provision auf den Verkaufspreis, andere auf den Betrag nach Gebühren und Umsatzsteuer. Bei Netzwerken wird oft erst nach Abzug von Gebühren ausgezahlt. Rechne dir deshalb aus, wie viel Euro pro Verkauf tatsächlich bei dir ankommen. Achte außerdem darauf, ob du nur einmal oder bei wiederkehrenden Zahlungen (Abos) laufend verdienst.
3. Wie lange wird ein Klick gewertet?
Nicht jeder Käufer entscheidet am selben Tag. Die Tracking-Dauer, oft Cookie-Laufzeit genannt, legt fest, wie lange nach dem Klick ein Kauf noch dir zugeordnet wird. Kurze Zeiträume benachteiligen Beiträge, die Leser erst nach einigem Überlegen zum Kauf führen. Lies die Angabe in den Teilnahmebedingungen nach und verlass dich nicht auf Zusammenfassungen von Dritten.
4. Auszahlung: Wann, wie viel, wie?
Kläre vorab:
- Ab welchem Betrag wird ausgezahlt (Mindestauszahlung)?
- Wie lange dauert es nach dem Verkauf bis zur Auszahlung?
- Gibt es eine Wartefrist wegen Rückgaben oder Widerrufen?
- Welche Zahlungswege gibt es, und was kosten sie?
Eine hohe Provision, die erst nach Monaten fließt, belastet gerade am Anfang.
5. Wie hoch ist die Rückgabe- oder Stornoquote?
Provisionen für Verkäufe, die storniert oder zurückgegeben werden, entfallen meist wieder. Nennt der Anbieter oder das Netzwerk dazu keine Zahlen, hilft ein Blick in Erfahrungsberichte anderer Partner. Wenn ein Produkt oft zurückgegeben wird, ist das auch ein Hinweis darauf, ob es hält, was es verspricht.
6. Unterstützung und Material
Gute Programme bieten Partnern etwas an: Bilder, Texte, Hinweise zu erlaubten Werbeformen, einen erreichbaren Ansprechpartner. Prüfe, ob es verbindliche Regeln gibt, was du in der Werbung sagen darfst, und halte dich daran. Unklare Regeln sind ein Warnzeichen.
7. Wie seriös ist der Anbieter?
Sieh dir Impressum, Datenschutzerklärung und Kontaktmöglichkeiten an. Gibt es echte Erfahrungsberichte, nicht nur Werbetexte auf der eigenen Seite? Wie reagiert der Anbieter auf Kritik? Ein Programm ist nur so verlässlich wie der Anbieter dahinter.
Eine einfache Bewertung als Hilfe
Lege eine Tabelle mit den sieben Kriterien an und gib jedem Programm pro Kriterium 1 bis 3 Punkte. Gewichte das erste Kriterium doppelt, denn ohne Zielgruppenpassung nützt alles andere nichts. Die Summe ist keine Wahrheit, aber sie macht Unterschiede sichtbar und verhindert, dass du dich von einer einzelnen Zahl blenden lässt.
Wie du die Ergebnisse später in einen Vergleichsartikel für deine Leser übersetzt, findest du in Produktvergleich schreiben, dem Leser vertrauen.
Teste klein, bevor du groß einsteigst
Entscheide dich nicht gleich für ein einziges Programm. Starte mit zwei oder drei, ordne ihnen jeweils einen Beitrag zu und sieh nach einigen Wochen, was tatsächlich Klicks und Verkäufe bringt. Die Praxis liefert dir bessere Daten als jede Vorab-Recherche. Halte dabei fest, welche Programme du aufgenommen und welche du verworfen hast, und warum. Diese Notizen sparen dir bei der nächsten Auswahl viel Zeit.