Wer Produkte empfiehlt und dafür eine Provision bekommt, verfolgt ein geschäftliches Interesse. Das darf der Leser erfahren, und im deutschen Markt wird erwartet, dass du es ihm deutlich sagst. Gute Kennzeichnung ist dabei kein lästiges Pflichtprogramm. Sie ist ein Teil von Vertrauen: Wer offen sagt, wie er Geld verdient, wirkt glaubwürdiger. Hier steht, wie du es praktisch löst.
Dieser Beitrag ist eine praktische Orientierung und keine Rechtsberatung. Die genauen Anforderungen hängen vom Einzelfall ab.
Warum eine Kennzeichnung nötig ist
Ein Leser soll auf den ersten Blick erkennen, dass ein Beitrag oder ein Link kommerzielle Interessen hat. Wird das verschleiert, kann das als irreführend gelten und zu Abmahnungen führen. Außerdem verlierst du das Vertrauen, wenn Leser es später selbst bemerken.
1. Der Hinweis gehört nach oben
Setze den Hinweis an den Anfang des Beitrags, vor den ersten Affiliate-Link. Ein Satz im Footer oder auf einer Unterseite reicht nicht, denn dort liest ihn niemand, bevor er klickt.
Beispiel: „Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen Link kaufst, bekomme ich eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht."
2. Einfach und konkret formulieren
Vermeide Formulierungen, die verschleiern:
- „Dieser Beitrag enthält Werbung" ist klar und kurz.
- „Unterstützt durch Partner" ist es nicht.
- „*" ohne Erklärung im Text hilft niemandem.
Sage, was Sache ist: Du bekommst eine Provision, wenn jemand über deinen Link kauft.
3. Auch am Link selbst erkennbar machen
Bei längeren Beiträgen merkt sich kaum jemand den Hinweis vom Anfang. Hilfreich ist ein kurzer Zusatz direkt an Links und Buttons, zum Beispiel „(Affiliate-Link)" oder ein Sternchen, das unten oder in einer Box erklärt wird. Das gilt besonders für Vergleichstabellen und Buttons mit „Zum Angebot". Wie du solche Vergleiche ehrlich aufbaust, steht in Produktvergleich schreiben: 7 Schritte.
4. E-Mails und Newsletter
Auch in Mails gilt: Der Hinweis steht im Text, nicht nur im Absenderfeld. Ein Satz vor dem ersten Link genügt: „Der folgende Link ist ein Affiliate-Link." In einer Serie nennst du es in jeder Mail, die einen solchen Link enthält, und nicht nur in der ersten. Wie eine Serie aufgebaut sein kann, zeigt E-Mail-Serie für Affiliates: 5 Mails.
5. Social Media und Video
In Reels, Stories und Videos ist die Kennzeichnung doppelt sinnvoll:
- Im Bild, gut lesbar und lange genug eingeblendet.
- Gesprochen, am Anfang des Videos.
- In der Beschreibung, zusätzlich zum Link.
Nutze außerdem die Kennzeichnungsfunktion der Plattform, wo es eine passende gibt. Sie ersetzt aber nicht deinen eigenen Hinweis.
6. Eigene Meinung bleibt eigene Meinung
Provision darf deine Empfehlung nicht verfälschen. Ein Produkt, das du nicht geprüft hast, empfiehlst du nicht als erprobt. Erfundene Erfahrungsberichte sind tabu, auch wenn die KI sie flüssig formuliert. Mehr dazu in KI im Affiliate-Marketing: Was sie gut kann und wo du selbst ran musst.
Checkliste vor dem Veröffentlichen
- Steht der Hinweis über dem ersten Affiliate-Link?
- Ist die Formulierung eindeutig („Provision", „Affiliate-Link", „Werbung")?
- Sind Buttons und Tabellenlinks erkennbar markiert?
- Stimmen alle Aussagen über das Produkt mit deinen eigenen Erfahrungen und Quellen überein?
- Sind Impressum und Datenschutzerklärung erreichbar?
Zum Mitnehmen
Offenheit kostet dich keine Klicks, wenn dein Inhalt gut ist. Wer ehrlich kennzeichnet, schützt sich vor Ärger und baut die Art von Vertrauen auf, die Empfehlungen überhaupt erst verkauft.